neubau schafstall arzl

auftraggeber: privat
standort: arzl
planungsbeginn: frühjahr 2023
fertigstellung:  frühjahr 2026

standort:

der für die errichtung eines schafstalles vorgesehene bauplatz befindet sich im oberen abschnitt des exerzierweges, welcher das gewerbegebiet mühlau/arzl mit dem stadtteil arzl verbindet.

die als sonderfläche hofstelle gewidmente grundstücksparzelle wurde bislang als holzlegestelle genützt und verfügt bereits über eine zufahrt über den exerzierweg an der nordöstlichen grundgrenze.

auf der nordseitig angrenzenden parzelle wurde ein bereits eine scheune errichtet, deren längsseitige aussenwand direkt an der grundsstücksgrenze angeordnet wurde.

planungsaufgabe:

da die aufrechterhaltung der schafzucht bei der hofstelle gritscher in der derzeitigen form nicht mehr möglich ist, soll der schafstall zur holzlegestelle am exerzierweg ausgesiedelt und dort neu errichtet werden.

für den betrieb einer schafzucht auf der grundstücksparzelle mit der nummer 334/2 bedarf es einer änderung der flächenwidmung von freiland zu einer sonderfläche hofstelle.

die errichtung eines schafstalles mit unterstand für landwirtschaftlichen maschinen und fahrzeugen dient der unterbringung und der aufzucht von walliser schwarznasenschafen.

im erdgeschoss des neuen stallgebäude soll ein 80m2 große schafstall und ein umkleideraum mit sanitäranlage eingeplant werden.

im dachgeschoss soll ein heulager mit einbringöffnung eingeplant werden, in dem das heu gelagert und über deckenöffnungen zur futterraufe abgeworfen werden kann.

dem stallgebäude soll südseitig ein überdachter und eingezäunter auslaufbereich als zusätzlicher bewegungsraum vorgelagert werden.

die südseitig an den auslaufbereich angrenzende grünfläche soll zukünftig als weidefläche für die schafe dienen

architektur:

mit der idee die garage und das stallgebäude an die nachbarscheune zu koppeln und gestalterisch aufeinander abzustimmen, wird die basis für eine platzsparenden und raumplanerisch kompakte lösung geschaffen.

durch die angleichung der traufenhöhen von garage und nachbarscheune entsteht eine formale verbindung der beiden baukörper und damit ein architektonisch stimmiges gebäudeensemble.

mit der abstimmung der satteldachform des stallgebäudes an die nachbarscheune gelingt eine zusammenhängende und harmonische dachlandschaft.

mit einer auf die nachbarscheune abgestimmte fassadengestaltung wird ein einheitliches erscheinungsbild geschaffen und die intension zur bildung eines gebäudeensembles verstärkt.

der schafstall und der unterstand wurde auf dem bauplatz leicht versetzt zur nachbarscheune positioniert und damit eine funktionelle umfahrt mit den landwirtschaftlich fahrzeugen ermöglicht.

raum und funktion:

das stallgebäude wurde funktionell so konzipiert, dass der schafstall von drei seiten belichtet wird und sich nach süden über zwei schiebetore zur vorgelagerten auslauffläche öffnet.

durch die mittig angeordnete futterraufe wird die stallfläche in zwei bereiche untereilt und so eine räumliche abtrennung der jungtiere ermöglicht.

zwischen dem schafstall und der garage wurde ein verbindungsgang ausgebildet, von dem aus die westseitig angeordnete umkleide, die nordseitig positionierte garage sowie der stiegenaufgang zum heulager erreichbar sind.

der zentrale verbindungsgang weitet sich im bereich des treppenanstritts auf und ist über eine aussentüre vom ostseitigen vorplatz aus zugänglich.

die mit einer nasszelle ausgestatte umkleide verfügt über einen eigenen aussenzugang an der ostseite des gebäudes.

über eine an trennwand zur garage angeordnete stahlbetontreppe ist das 100m2 grosse heulager im dachgeschoss zugänglich.

für die einbringung der heuballen in das heulager wurde an der ostseite eine 4m2 große wandöffnung mittels 2-flügeligen holzschiebetoren vorgesehen.

in der decke über dem schafstall wurden direkt über der futteraufe abwurföffnungen ausgebildet, womit der futterplatz einfach vom heulager aus beschickt werden kann.

zur querdurchlüftung des heulagers wurden in der in der ost- und westseitigen giebelwand fensteröffnungen mit ortstypischen kreuzsprossen ausgebildet.

bauweise und materialisierung:

aus bautechnischen- und brandschutztechnischen gründen wurden die aussenwände und die decke des erdgeschosses in stahlbetonbauweise geplant.

die ausführung des dachgeschoss ist als reiner holzbau in form einer beplankten holzriegelkonstruktion vorgesehen.

die fundamentierung des stallgebäudes und des unterstandes wurde mit einer wasserundurchlässigen fundamentplatte in stahlbeton und umlaufenden frostschürzen aus schalsteinen geplant.

das mit einem pfettendachstuhl konstruierte satteldach weist auf der südseitigen dachhälfte eine neigung von 15 grad und auf der nordseitigen dachhälfte eine neigung von 21 grad auf.

als witterungsschutz wurde auf der ost-, süd- und westseite ein vordach mit 1m auskragungstiefe geplant.

für die dacheindeckung sind abgestimmt auf die nachbargebäude tondachziegel in einem rotbraunen farbton vorgesehen.

für die fassaden des stallgebäudes und der garage ist eine vertikale holzschalung mit bodendeckelprofilierung vorgesehen.

die fenster und die in der südseitigen fassade angeordneten tore werden abgestimmt auf die holzfassade in holz ausgeführt.

aussenanlagen:

für die zu- und umfahrt ist ein mit landwirtschaftlichen maschinen befahrbarer pflasterbelag geplant, welcher oberflächenwässer zwischen den offenen fugen versickern lässt.

die einfriedung entlang der nord- und westseitigen grundgrenze erfolgt mittels gefrästen stahlbetonmauen, auf deren krone ein holzlattenzaun in lärche aufgesetzt wird.

die bereits bestehende einfriedung entlang der südseitigen grundgrenze in form einer natursteinmauer mit maschendrahtzaun wird beibehalten.

auf der südseitigen dachhälfte ist zur abdeckung des eigenen strombedarfs eine dachparallele pv-anlage mit einer aperturfläche von 30m2 geplant, welche einer leistung von 5kwp entspricht.

die niederschlagswässer werden auf eigenem grund über die herstellung eines sickerschacht im vorplatzbereich zur versickerung gebracht.

die häuslichen abwässer der sanitärzelle werden in einen dichten fäkalientank abgeleitet und vor erreichen des fassungsvermögens durch befugtes unternehmen ausgepumpt und entsorgt.

die im schafstall anfallenden schmutzwässer werden in einen eigenen fäkalientank abgeleitet und nach erfordernis durch ein befugtes unternehmen ausgepumpt und entsorgt.