
Holzfachmarkt Bestand.png
umbau lagergebaeude tschabrun innsbruck
| auftraggeber: | hermann tschabrun gmbh |
| standort: | hallerstrasse 201 - 6020 innsbruck |
| baubeginn: | herbst 2021 |
| fertigstellung: | sommer 2024 |
lage und erschliessung::
das lagergebäude und die angeschlossenen lagerhallen befinden sich hinter dem holzfachmarkt der firma tschabrun und sind sowohl von der hallerstrasse, als auch von der parallel dazu verlaufenden josef-wilberger-strasse zufahrbar.
vom dem teilweise überdachten vorplatz auf der ostseite führt entlang der ostseitigen grundgrenze eine 4m breite durchfahrt bis zur nordseitigen grundgrenze an der josef-wilberger-strasse.
hinter dem holzfachmarkt gibt es entlang der westseitigen grundgrenze einen 24m breiten und 45m langen vorplatz, welcher zur anlieferung für das schnittholzlager und das lagergebäude verwendet wird.
entlang der nördlichen grundgrenze gibt es eine durchfahrt, die mit einer rampe auf das kellerniveau des lagergebäudes und mit einer zweiten rampe wieder auf das niveau des plattenlagerhalle geführt wird.
bestandsgebäude:
lagergebäude:
das schon ältere lagergebäude wurde als dreigeschossiger skelettbau in stahlbetonbauweise und einem flachgeneigten kaltdach in holzbauweise errichtet.
im kellergeschoss des 52m langen und 27,55m breiten lagergebäudes wurde ein 485m2 großer zuschnittraum und ein 718m2 großes furnierlager eingerichtet.
weiters wurde eine von der nordseitigen umfahrt zufahrbare doppelgarage mit 43m2 größe und zu beiden seiten der garage 3,80m breite zuliefertore ausgeführt.
das kellergeschoss ist vom 1,20m höher gelegenen schnittholzlager aus über eine 3,80m breite, 10 prozent steile und entlang ostseitigen aussenwand geführten rampe belieferbar.
das gegenüber dem holzfachmarkt um 1,5m höher liegende erdgeschoss ist durch eine trennwand zweigeteilt und wird nordseits für ein 518m2 großen holzlager und südseits als 750m2 großen lager für den holzbaumarkt genützt.
das obergeschoss wird derzeit für ein 1384m2 großes plattenlager genützt und kann mit einem über alle geschosse geführten lastenaufzug oder dem 3,5m breiten rolltor in der ostseitigen aussenwand bestückt werden.
für die vertikal erschließung aller geschosse und als fluchtmöglichkeit im brandfall wurde mittig der südseitigen aussenwand ein stiegenhaus mit zweiläufigen podesttreppen ausgeführt.
an der südseitigen lagerhallen-aussenwand wurde ein zweites stiegenhaus ausgebildet, welches jedoch nur vom kellergeschoss bis zum erdgeschoss führt, aber dafür eine verbindung nach aussen besitzt.
in der nordseitigen fassade sind zur belichtung oberlichtbänder aus vertikalen profilitverglassungen und zur belüftung einfach verglaste metallfenster ausgeführt worden.
das lagergebäude ist bis auf teilflächen im kellergeschoss unbeheizt und mit fertigteilbetonwänden ohne wärmedämmung ausgeführt worden.
schnittholzlager:
zwischen dem holzfachmarkt und dem lagergebäude wurde ein schnittholzlager mit kragarmregalen errichtet, welches über ein sektionaltor vom westseitigen vorplatz als auch vom angrenzenden plattenlager aus beliefert werden kann.
das 52m lange und 11m breite schnittholzlager wird in querrichtung von fachwerksträgern aus stahl überspannt, welche der flach geneigten trapezblecheindeckung als auflagerung dienen.
das niveau der bodenplatte wurde an das geländeniveau des westseitigen vorplatzes angepasst und liegt einen halben meter unter jenem des holzbaumarktes.
an der südseitigen aussenwand des lagergebäudes wurden in verlängerung der geschossdecken über fast die gesamte länge 1,40 breite kragplatten ausgeführt, die als zusätzliches konsollager verwendet werden.
zur tagesbelichtung wurden im 9m hohen lagerraum zwischen den fachwerksträgern abwechselnd quadratische licht- und rauchabzugskuppeln angeordnet.
plattenlager:
an das lagergebäude wurde auf der ostseite ein 1090m2 großes plattenlager angeschlossen, welches zur nördlichen verladehalle und zur westlich schnittlager in offener verbindung steht.
das 24,85m breite und 39,2m lange plattenlager wird in querrichtung von leimbindern überspannt, die als auflager das in holzbauweise ausgeführte sheddach dienen.
das plattenlager ist über 5m hohe rolltore von der ostseitigen durchfahrt und über einem rolltor auf der westseite belieferbar.
verladehalle:
die im nördlichsten bereich des areals angeordnete verladehalle weist eine nutzfläche von 606m2 auf und wurde als stahlkonstruktion in skelettbauweise mit einer raumhöhe von 5,60m errichtet.
die 17,50m breite und 37,50m lange verladehalle wird in querrichtung von fachwerkträgern aus stahl überspannt, die als auflager für das zur belichtung genützte sheddach dienen.
die verladehalle ist südseitig über ein 4,50m breites und 5m hohes rolltor und nordseitig über ein 7,00m breites und 5m hohes rolltor von der ostseitigen durchfahrt aus zufahrbar.
die mit einem gelben trapezblech verkleideten aussenwände sind auf der ost- und auf der westseite über die gesamte länge mit oberlichtfenster ausgestattet.
plaungsaufgabe:
die teilweise nicht mehr funktionstüchtigen rolltore des plattenlagers sollen durch sektionaltore ersetzt und durch die anbringung von fassadenpaneelen eine einheiltliche gestaltung der ostseitigen gebäudeseite erzielt werden.
weiters sollen auch bei der verladehalle die rolltore durch sektionaltore ersetzt und zur verbesserung des schallschutzes die ostseitige fassade erneuert werden.
im lagergebäude soll im hinteren abschnitt ein zweigeschossiges plattenlager mit automatisierter kommisionierung geplant werden.
das bisherige furnierlager vom kellergeschoss in das erdgeschoss verlegt werden und neben einem neuen büro auch mit einer sanitäranlage ausgestattet werden.
im zuge des umbaus soll auch die fluchtmöglichkeit aus dem lagergebäude verbessert werden und der über alle geschosse führende lastenaufzug mit brandschutz-schleusen ausgestattet werden.
vom schnittholzlager soll eine möglichst nahe verbindung zum neuen büro des furnierlagers geschaffen und das westseitige rolltor durch ein sektionaltor bzw. einem neuen fluchtausgang ersetzt werden.
im bereich des schon angebrochenen bürogebäudes soll ein freilager zur holztrocknung geschaffen und die anlieferrampe zum furnierlager neu geplant werden.
weiters soll der westseitige schotterplatz zu einem parkplatz mit e-ladestationen umgestaltet und die gesamte aussenentwässerung erneuert werden.
umsetzung:
fassade plattenlager
die erneuerung der ostseitigen plattenlageraussenwände erfolgte durch vorgehängte fassadenpaneele, die stehend auf einem 30cm hohen und mit riffblech verkleideten betonsockel aufgesetzt wurden.
für die 8cm starken und mit mineralwolle ausgedämmten fassadenpaneele wurde der farbton graualuminium matt mit feinstruktur gewählt und die torblätter der sektionaltore darauf abgestimmt.
fassade verladehalle
für die erneuerung und die schallschutztechnische verbesserung der verladehallenfassade wurden zuerst kerngedämmte fassadenpaneele mit innenseitiger lochung montiert und anschließend ein stehend montiertes trapezblech montiert.
die 3,0m langen und 1,5m hohen oberlichtelemente wurden gegen 3-teilige metallfenster mit schallschutzverglasung und motorisch gesteuerte lüftungsflügel ausgetauscht.
automatisches kommissionierungslager:
das 51,50m lange und 10,15m breite lager für hobelware wurde durch die ausbildung einer deckenöffnung zu einem zweigeschossigen flächenlager für plattenwerkstoffe adaptiert.
für die automische kommissionierung der platten wurden auf stahlstützen geführte kranschienen eingebaut, welche als laufbahnen für den portalmanipulator dienen.
ein am portalmanipulator geführter greifer hebt die platten mittels balgensauger und transportiert sie mit sensorischer gesteuerter vermessung in die vorgesehene position.
zur ein- und auslagerung der platten wurden die einbringöffnungen an die rollenbahnen angepasst und mittels feuerschutzhubtore brandschutztechnisch vom bestehenden plattenlager abgetrennt.
funierlager:
für eine bessere kundenzugänglichkeit und einfachere anlieferung wurde das furnierlager vom keller- in das erdgeschoss verlegt und damit eine 668m2 große ausstellungsfläche mit 3m raumhöhe geschaffen.
für das ausstellungskonzept wurde die stützen- und trägerstruktur des lagergebäudes aufgegriffen und die längsseitigen wandflächen zwischen den zehn achsfeldern der furnierhalle als ausstellungflächen genützt.
zur präsentation der furniere wurden zwischen den stützen hellbeige wandtafeln montiert, die als trägerplatte für die einzelnen furniertafeln verwendet wurden.
vor den wandtafeln wurden furnierwägen aufgestellt, auf welchen die furnierbündel in der ganzen länge präsentiert und geprüft werden können.
zur ausleuchtung der wandtafeln wurden an der decke schwarze stromschienen mit schwenkbaren spots montiert und über den aufgelegten furnierbündel schwarze gerahmte led-paneele angebracht.
für das furnierlager wurde ein neuer bodenbelag in form einer mineralischen, nicht brennbaren und dampfdiffusionsoffenen beschichtung ausgewählt.
die herstellung der 8mm starken beschichtung erfolgt auf basis von zement und flüssigen polymeren und kann durch beigabe von farbpigmenten auf den gewünschten graubeigen farbton gebracht werden.
durch die verarbeitung im spachtelverfahren erhält der fugenlose und stark beanspruchbare bodenbelag einen wolkigen charakter.
zur verringerung anschmutzneigung und verbesserung der reinigungsfähigkeit wird die oberfläche des rutschfesten bodenbelages mit einer diffusuionsoffenen und farblosen silikatimprägnierung vergütet.
zwischen dem fluchtstiegenhaus auf der westseite und dem lastenaufzug auf der südseite wurde ein 33m2 großes büro eingerichtet, welches für die kunden über die neue westseitige aussentreppe zugänglich ist.
das neue furnierlagerböro wurden mit einem grau gebeiztem holzboden und einer holzlamellendecke in der holzart eiche ausgestattet.
das bestehende fensteröffnung zum schnittholzlager wurde angepasst und ein neues brandschutzfenster mit alueloxierten oberfläche eingebaut.
für einen zusätzlichen tageslichteinfall und der möglichtkeit zur be- und enlüftung wurden in der westseitigen aussenwand zwei neue fenster hergestellt.
westfassade lagergebäude:
für die erneuerung der westfassade des lagergebäudes wurde eine durchdringungsfreie und dehnungsfähige metallfassade ausgewählt, die mit anpassbaren abstandhaltern vor der bestandsfassade montiert werden kann.
für die in weissaluminium beschichtete metallfassade wurde so schon beim bestand eine deckbreite von 30cm gewählt und eine stehende deckrichtung mit unsichtbarer befestigung ausgeführt.
auf höhe der vordächer von anlieferrampe und sektionaltor wurde eine horizontale fuge ausgebildet, durch welche die elementhöhe reduziert und die montage bzw. ein allfälliger austausch erheblich erleichtert wird.
als kontrast zur hellen metallfassade des lagergebäudes wurde die westfassade und das neue vordach des schnittholzlagers mit fassadenpaneelen im farbton graualuminium ausgeführt.
zwischen der bestehenden seitenwand der anlieferrampe und der neuen brandschutzbedingten flügelwand des vordaches wurde eine zweiläufige und mit trapezblech überdachte aussentreppe in verzinkter stahlbauweise geplant.
die neue aussenfluchttreppe wurde so konzipiert, dass sie im podestbereich als aussenzugang für das neue furnierlagerbüro verwendet werden kann und der wandseitige stiegenlauf in das vordach vom sektionaltor übergeht.
brandschutz lagergebäude:
der brandschutz wurde dahingehend verbessert, dass man im fluchtfall nicht mehr über das kellergeschoss des holzbaumarktes nach draußen flüchtet, sondern über einen tunnel auf der kragkonsoel des schnittholzlagers..
der in trockenbauweise hergestellte fluchtgang schließt an das mittige fluchtstiegenhaus des lagergebäudes an und führt am ende über eine in der profiltverglasung eingefügte fluchttüre zum vordachpodest der neuen aussentreppe.
zur verhinderung des geschossweisen brandüberschlages über die portale den lastenaufzugs, wurden vor diesen schleusen mit brandschutzvorhang im schnittholzlager und feuerschutztüren im kellergeschoss ausgebildet.
