umbau+sanierung wh b

bauherr: privat
standort: st.nikolaus
planungsbeginn: winter 2024
fertigstellung: sommer 2025

standort + bestand:

das anwesen der fam. b befindet sich im ortsteil st. nikolaus direkt angrenzend an den friedhof der katholischen pfarrkirche von st. nikolaus.

die liegenschaft besteht aus einem rechteckigen altbau und einem im jahre 1957 westseitig angebauten zubau, welcher anfänglich als büro und atelier des dort ansässigen und tätigen architekten genützt wurde.

zwischen altbestand und zubau wurde nordseitig ein begrünter innenhof ausgebildet, welcher später mit einer glasüberdachung und einer oberlichtverglasung äber der hangstätzmauer geschlossen wurde.

die dreiecksförmige gartenfläche wird nordostseitig vom gehsteig der fallbachgasse, südseitig vom gehweg zwischen entlang der friedhofsmauer und nordseitig von der grundstückszufahrt begrenzt.

die zufahrt zum grundstück erfolgt von der fallbachgasse aus über einen 3m breiten durchfahrtsstreifen der mit einem durchfahrtsrecht verbüchert ist.

der ältere gebäudeteil, fortan als altbestand bezeichnet, wurde als zweigeschossiger mauerwerksbau mit holzbalkendecken und einem peffendachstuhl in satteldachform errichtet.

der später auf der westseite angebaute gebäudeteil wurde auf grund der hanglage um das erdgeschoss höher gesetzt und steht mit obergeschoss des altbaus in offener verbindung.

im gegensatz zum altbau wurde beim neubestand ein flachdach mit ca. 1m hoher attika und an der südwestecke ein prägnanter eckkamin ausgeführt.

mit der verlängerung des altbau-satteldaches bis zur oberkante des zubau-flachdaches verbinden sich die dachflächen beider baukörper und es entsteht dreickesförmiger dachraum, welcher als zugangsraum zum atelier genützt wird.

das erdgeschoss des altbestandes, welches nur für lagerzwecke und die haustechnik genützt wird, ist vom obergeschoss abgetrennt und über einen eingang auf der ostseite zugänglich.

über eine einläufige betontreppe an der südseitigen aussenwand erreicht man die ebene des erdgeschosses vom neubestand.

über eine nach südwesten ausgerichtete und von der stützmauer zur totengasse begrenzte terrasse gelangt zum eigentlichen hauseingang des neubestandes.

von einem mittelgang gelangt man westseitig in einen 20m2 großen hobbyraum und angrenzend in einen 20m2 großen wohnraum, dessen atriumartige raumatmosphäre aus der glasüberdachung des alten innenhof resultiert.

im altbestand des obergeschosses findet man ostseitig einen 21m2 großen küchen- und essbereich mit abgeschlossener speisekammer und eine vom gang aus zugängliche wc-anlage vor.

im südlichen bereich des altbestandes war das 20m2 große schlafzimmer und angrenzend ein 4m2 große bad mit fensteröffnung in der ostseitigen aussenwand unterbracht.

an den als kinderzimmer verwendeten durchgangsraum wurde im jahre 1979 ein terrassenseitig ausgerichteter erker mit fenstern nach süden und westen angebaut.

das obergeschoss des neubestandes ist über eine einläufige holztreppe mit seilabhängung an der südseitigen aussenwand zugänglich.

von einem 8m2 großen vorraum unter dem pultdach des altbestandes gelangt in ein 28m2 großes zimmer, welches von zwei großen fensteröffnungen in der süd- und westseitigen aussenwand belichtet wird.

über eine verglaste terrassentüre in der nordseitigen aussenwand gelangt in einen 9m2 großen wintergarten, welcher über dem hobbyraum liegt und über einer geschlossenen brüstung mit kunststofffenstern ausgestattet ist.

planungsaufgabe:

das in den 50-iger jahren errichtete wohnhaus soll für die neuen nutzungsvorstellungen der eigentümer umgebaut und im zuge dessen umfassend saniert werden.

das erdgeschoss soll in der weise umorganisiert werden, dass anstelle des küchen- und essbereiches ein schlafzimmer mit bad und im südseitigen teil eine offene wohnküche mit kochinsel als raumteiler zum erker entsteht.

um in der neuen wohnküche den tageslichteinfall zu erhöhen und einen zugang zur vorgelagerten terrasse zu ermöglichen, ist in der westseitigen aussenwand der einbau einer 2,30m breiten terrassenschiebetüre vorgesehen.

weiters ist geplant, den eingangsbereich zu vergrößern und dafür die trennwand zum neuen multifunktionsraum um nach hinten zu versetzen.

zudem soll der westseitige hobbyraum geteilt und im südlichen teil für einen wäsche- und trockenraum genützt werden.

das ostseitig angeordnete bad wird nicht mehr benötigt und soll mit seiner nahelage zur küche zukünftig als speisekammer dienen.

das zimmer im obergeschoss des neubestandes soll zukünftig als kinder- bzw. gästezimmer genützt und im eingangsbereich mit einem kleinen bad ausgestattet werden.

bei den beabsichtigten umbaumaßnahmen werden bis auf die neue terrassen-schiebetüre keine änderungen an den fassaden und der gebäudekubatur vorgenommen.

raum und funktion:

das erdgeschoss wurde grundsätzlich in der weise neu umorganisiert, dass die räume nach dem sonnenverlauf und dem damit verbundenen tageslichteinfall angeordnet sind.

demzufolge wurde das schlafzimmer auf die nordseite des altbestands verlegt und direkt dahinter eine neues bad mit belüftung und belichtung über die bestehende fensteröffnung geplant.

für die neue wohnküche im südwestlichen teil des altbestand wurde die trennwand zum erkerraum entfernt und eine offene verbindung zu neuen inselküche geschaffen.

für die gewünschte schiebetüre zur vorgelagerten terrasse wurde eine 2,3m breite öffnung in der westseitigen ausenwand hergestellt und mittels leimbinder auf höhe der traufenpfette unterfangen.

mit dem versetzen einer neuen trennwand zum neuen mehrzweckraum wurde der eingangsbereich aufgeweitet und die möglichkeit für die aufstellung eines garderobenschrankes geschaffen.

mit der ausführung eines türblattes mit glasauschnitt und einer daran gekoppelten regalwand mit glasrückwand gelangt zudem tageslicht vom mehrzweckraum in den bislang dunklen eingangsbereich.

sanierungsmaßnahmen:

um den heizwärmebedarf des wohnhauses auf einen zeitgemäßen standard zu bringen, wurden nachfolgenden sanierungsmaßnahmen getroffen.

für die thermische sanierung der aussenwände wurde eine diffusionsoffenen innendämmung mit 6cm starken mineraldämmplatten angebracht, sodass der charakter der handwerklich verputzten fassade erhalten werden konnte.

bei der erneuerung der ost- und südseitigen altbaufenster wurde ein blindstockanschluss geplant, welcher den vorhandenen anschlag des mauerwerks ausgleicht und innenseitig als anschlag für leibungsdämmung dient.

bei der ausführung der neuen holzfenster im altbestand wurde dem sog-wunsch nachgekommen und der moosgrüne farbton für die neuen fensterrahmen und die neuen sonnenschutzläden übernommen.

im neubestand wurden die bestandsfenster gegen 3-fach-isolierverglaste holz-alu-fenster mit weißer deckschale ausgetauscht und ohne blindstock eingebaut.

weiters wurde der erdberührte fussbodenaufbau im neubestand durch die absenkung des betonpflasters und dem einbau einer perimeterdämmung sowie einem fussbodenaufbau mit fussbodenheizung wesentlich verbessert.

für die sanierung der holzbalkendecke im altbestand wurde auf grund der beschränkten fussbodenaufbauhöhe das trockenestrichsystem kelox dry mit integrierter fussbodenheizung ausgeführt.

vor dessen einbau wurden die bestandschüttung abgeräumt und die bestehenden holzbalken mittels seiltlich angenagelten holzleisten auf ein einheitliches niveau gebracht.

im anschluss wurde eine perlit-trockenschüttung bis zur oberkante des höhenausgleichs eingebracht und zur lastverteilung eine osb-platte darüber verlegt.

auf dieser ebenen und glatten fläche wurde dann durch die installationsfirma das kelox dry fussbodenheizungssystem mit den 3cm starken und wärmeleitbelchen belegten styroporelemente eingebaut.

die systemzugehörigen trockenestrichplatten wurden dann durch den fliesenleger verlegt und darüber die gewünschte travertin-natursteinbelag im römischen verband verlegt.

zur zusätzlichen verbesserung des wärmeschutzes wurde an der kellerdecke eine 6cm starke, nicht brennbare und diffusionsoffene mineralwolledämmplatte angebracht.

für die sanierung des dachaufbaus im altbestand wurden die 14cm starken dachsparren mit 20cm hohen dreischichtplatten nach unten aufgedoppelt und für die befestigung der osb-platten seitlich kanthölzer angenagelt.

der insgesamt 34cm hohe zwischensparrenraum wurde mit einer zellulosedämmung ausgeblasen, sodass für den sanierten dachaufbau ein u-wert von 0,13 w/m2k erreicht wurde.

zur hinterlüftung des neuen blechdaches wurde eine neue konterlattung mit 6cm stärke montiert und als auflage für die stehfalzverblechung eine rauschalung angebracht.

für die thermische sanierung des flachdachaufbaus vom neubestand wurde auf dem bestehenden dachaufbau eine selbstklebende dampfsperrbahn und darüber eine 14cm starke pu-dämmung aufgebracht.

für die hinterlüftung des neuen blechdaches wurde eine neue konterlattung mit 6cm stärke montiert und vor der anbringung der rauschalung für die herstellung des erforderlichen mindestgefälles aufgekeilt.

für die sanierung der erdberührten aussenwände des neubestandes wurde vor der innendämmung eine wandheizung verlegt und so die bildung von kondenswasser und feuchtigkeit an den wänden reduziert.

aussenanlagen:

im zuge des umbau- und sanierungsvorhabens wurde auf der gartenparzelle eine zusätzliche autoabstellmöglichkeit in form eines längsparkplatzes geplant.

der neue 7,70m lange und 2,50m breite autoabstellplatz wurde parallel zur einfahrt und auf der fläche des bisherigen geräteschupfens geplant.

die stellfläche wird mit einem versickerungsfähigen rasengittersteinbelag ausgeführt und mit einem randstein eingefasst bzw. von der gartenfläche abgegrenzt.

mit der geplanten positionierung bleibt der angrenzende tulpenbaum zur gänze erhalten, sodass der sog-beirat der errichtung des autoabstellplatzes seine zustimmung erteilt hat.

mit dem bestehenden abstellplatz im innenhof stehen dann den bewohnern zwei autoabstellplätze zur verfügung.